Vorneweg

Nimm Dir ein paar Minuten Zeit, setzt Dich bequem, zünde eine Kerze an.

Vielleicht bist Du es nicht gewohnt, Dich zu bekreuzigen, und magst es für Dich bei der Eröffnung der Andacht und beim Segen versuchen. Mir hilft das Bekreuzigen, weil für mich spürbarer wird, dass ich mit Christus mit Seele, Geist und Leib verbunden bin.

Für diese Andacht habe ich ein Lied vom „Monatslied“-Projekt der Nordkirche zum Anhören und gerne auch Mitsingen ausgewählt.

 

Gedanken zum Abend am 4. Mai 2020

Eröffnung

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Einladung zum Gebet

Gott des Himmels und der Erde!
Eine neue Woche hat begonnen.
Es ist wieder mehr möglich. Das ist schön. Es schmeckt nach Befreiung.
Und trotzdem heißt es: Achtsam bleiben. Zurückhaltung. Wie lange noch?
Manchmal gibt es Momente, da bin ich müde.
Ich möchte Kraft tanken mit Menschen, die ich gern habe. Sie fehlen mir.
Hilf mir, dass auf dem Weg hin zu Pfingsten mein inneres Feuer nicht kleiner wird.
Halte mich bei Dir. Halte mich in Deiner Kraft. Und immer: In Deiner Liebe.
Durch Jesus Christus.
Amen


Lied zum Anhören: Feuer und Flamme

Du sagst zu mir, ich könnt ́den Himmel sehen / und dass es richtig ist, im Weg zu stehen, / drei Schritte mehr als nötig mitzugehen.
Ich find mich oft am Ende knapp daneben, / dann träume ich, mein Herz empor zu heben, / mit dir zusammen werf ich mich ins Leben:
Dann bin ich Feuer und Flamme. Feuer und Flamme. Dann bin ich Feuer und Flamme. Ich brenne mit dir.
Du sagst zu mir, ich könnt ́ es endlich wagen, / mit einem Wort die halbe Welt zu tragen, / und wenn ́s drauf ankommt „Bleib bei mir“zu sagen.
Ich bleibe oft am Blick nach hinten kleben, / dann träume ich, mein Herz empor zu heben, / mit dir zusammen werf ich mich ins Leben:
Dann bin ich Feuer und Flamme …
Du sagst zu mir, ich könnte Grenzen sprengen / Und meine Liebe in den Morgen mengen, / mich dann an deine seid ́nen Fäden hängen.
Schaff ich es nicht, aus eig ́ner Kraft zu schweben, / dann träume ich, mein Herz empor zu heben, / mit dir zusammen werf ich mich ins Leben:
Dann bin ich Feuer und Flamme …
 
 

 

 

Impuls:

Das Herz emporheben und mich ins Leben werfen. Ein schönes Bild.

Ich bleibe nicht bei mir, schließe mich und meine Gedanken und mein Empfinden nicht bei mir ein, sondern gehe hinaus, gehe auf andere zu, teile mich mit und menge meine Liebe in den Morgen.

Und dann wird das Leben noch einmal anders, wird neu, wird vielfältig, kommt ins Gespräch, in den Austausch, ins kreative Miteinander.

Nach nunmehr sieben Wochen Pandemie-Bekämpfung spüre ich immer deutlicher, was mir fehlt. Einerseits bin ich sehr froh, dass wir so viele digitale Möglichkeiten haben, miteinander in Kontakt zu bleiben. Wir hatten viele schöne Begegnungen, tollen Austausch, haben wichtige Gedanken geteilt und Gemeinschaft erlebt. Dafür bin ich dankbar. Ohne Internet-Meetings wäre es vermutlich noch etwas schwieriger, unserem Gemeindeleben eine gewisse „Normalität“ zu geben.

Und trotzdem freue ich mich, wieder einzutauchen in den „Aura-Trubel“ einer gemeinsamen Mahlzeit, auf live geteilte Freude und live geteiltes Leid. Es ist halt doch anders analog. Ein bissi.

Andererseits: Gerade jetzt, wo ich merke, dass bei mir eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ Einzug hält, ist es umso wichtiger, dass das Feuer der Gemeinschaft brennen bleibt und nicht verlischt.

Wir gehen auf Pfingsten zu. Pfingstgottesdienste fallen im Bewusstsein und in der „Wichtigkeit“ oft hinter Ostern und erst recht hinter Weihnachten zurück. Dabei verleihen sie genau dem eigentlich unglaublichen Phänomen Ausdruck, dass nach Ostern wider Erwarten das Jesus-Feuer nicht erloschen ist, dass der Glaube nicht versiegen wollte und sich die Gemeinschaft derer, die von Jesus angesteckt waren, nicht in alle Winde verstreuen konnte. Seit 2000 Jahren brennt dieses Pfingstfeuer, steckt immer wieder Herzen in Brand und teilt sich von Glauben zu Glauben aus wie von Fackel zu Fackel.

Anders geht es nicht. Ich habe Jesus nur im Glauben. Er steht nicht leibhaftig vor mir. Ich kenne sein Aussehen nicht und auch nicht seine Stimme, nicht seine Mimik, sein Temperament. Ich habe von all dem eigentlich gar keine Vorstellung.

Und trotzdem hänge ich mein Leben, meine Entscheidungen, mein Glücken und mein Scheitern an ihn. Ich hänge mich an ihn, weil sich Jesus in allen sanften Gewässern und in allen widrigen Fahrwassern spürbar an meiner Seite hält und nicht auf Abstand geht. Das ist mein Pfingstwunder. Nicht nur zu Pfingsten.

Einen friedlichen und gesegneten Montagabend und eine behütete Woche!

Amen.

 

Einladung zum Gebet

Stille und Zeit für eigene Worte, die ins Gebet finden wollen

Gott, halte mich in Deinen Händen. Lass mich in allem, was geschieht, an Dir bleiben, damit ich zur Nacht getrost ruhe und am Morgen unter Deinem Schirm den Tag beginne.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
 

Segen

Gott segne Dich und behütet Dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden. Amen.